Kostenlose Singlebörsen: Was ist wirklich gratis? [2026]
„Komplett kostenlos“ ist der meistgesuchte Zusatz beim Thema Partnersuche in Deutschland – und die am seltensten ehrlich beantwortete Frage. Hier steht, was bei welchem Anbieter tatsächlich ohne Zahlung geht und wo genau die Schranke liegt.
Veröffentlicht: 17.08.2026 · Zuletzt geprüft: 20. August 2026 · Redaktion DatingBlick
Kurz gesagt
- Bei allen zehn geprüften Anbietern sind Registrierung, Profil und Partnervorschläge kostenlos – ohne Angabe von Zahlungsdaten.
- Die Bezahlschranke liegt fast immer an derselben Stelle: beim Schreiben. Sie sehen, wer Interesse hat, können aber nicht antworten.
- Zwei Ausnahmen: Bei Verliebt ab 40 ist eine erste Nachricht kostenlos, bei 123Date zusätzlich die freie Suche mit Regionsfilter.
- Der günstigste kostenpflichtige Einstieg liegt bei 69,99 €, der teuerste bei 239,70 € Gesamtsumme.
- Vollständig werbefinanzierte Portale ohne jede Bezahlschranke gibt es – in den Altersgruppen ab 40 sind sie aber dünn besetzt.
Was bedeutet „kostenlos“ beim Online-Dating?
Es gibt drei grundsätzlich verschiedene Modelle, und sie werden im Marketing bewusst vermischt. Wer das einmal auseinanderhält, spart sich die meisten Enttäuschungen.
| Modell | Was kostenlos ist | Wo Sie zahlen | Für wen sinnvoll |
|---|---|---|---|
| Werbefinanziert | Alles: Profil, Suche, Nachrichten | Gar nicht – Sie zahlen mit Aufmerksamkeit und Daten | Wer viel Zeit hat und Werbung nicht stört |
| Freemium | Registrierung, Profil, Test, Vorschläge, Profilbesucher | Beim Schreiben und beim Ansehen scharfer Fotos | Der Standard bei allen zehn geprüften Anbietern |
| Testphase | Voller Funktionsumfang für wenige Tage | Nach Ablauf automatisch, oft mit Verlängerung | Nur mit sofort notiertem Kündigungstermin |
Warum „komplett kostenlos“ ökonomisch fast nicht funktioniert
Eine Partnervermittlung muss Profile prüfen, Support leisten, Server betreiben und den Persönlichkeitstest pflegen. Wo kein Abonnement gezahlt wird, muss Werbung das tragen – und Werbeerlöse pro Nutzer sind im Dating deutlich niedriger als bei einer Mitgliedschaft. Das Ergebnis sehen Sie am Bestand: Vollständig kostenlose Portale sind in den Altersgruppen ab 40 spürbar dünner besetzt als kostenpflichtige.
Der praktische Schluss daraus ist nicht „zahlen Sie immer“, sondern: Prüfen Sie den Bestand kostenlos, und zahlen Sie erst, wenn Sie gesehen haben, dass es sich lohnt.
Was ist bei den geprüften Anbietern wirklich kostenlos?
Bei allen zehn Anbietern in unserem Vergleich sind Registrierung und Profil kostenlos – der Unterschied liegt darin, wie weit Sie ohne Zahlung kommen. Diese Tabelle ist der Kern dieses Artikels.
| Anbieter | Kostenlos nutzbar | Günstigster kostenpflichtiger Einstieg | Eigene App |
|---|---|---|---|
| 123Date | Ja – Registrierung, Profil und Suche | 1,59 € – 189,99 € | Ja (iOS 4,4 / Android 4,3) |
| Zusammen | Ja – Anmeldung, Persönlichkeitsanalyse, Partnervorschläge | 79,99 € gesamt | Nein – nur mobil optimierte Website |
| eDarling | Ja – Anmeldung und Persönlichkeitstest | 79,90 €/Monat · 239,70 € gesamt | Ja |
| 50plus-Singlebörse | Ja – Anmeldung, Analyse, Vorschläge, „Grüße“ senden | 79,99 € gesamt | Nein – nur mobil optimierte Website |
| Kultivierte Singles | Ja – Anmeldung und Persönlichkeitstest | 69,99 € gesamt | Nein |
| Verliebt ab 40 | Ja – Anmeldung, Analyse, Vorschläge, eine Nachricht | 69,99 € gesamt | Nein |
| 60plusTreff | Ja – Registrierung, Test, Vorschläge, Profilbesucher, Likes | 69,99 € gesamt | Nein |
| be2 | Ja – Anmeldung und Persönlichkeitstest | 79,99 € gesamt | Ja |
| Aktiv und Verliebt | Ja – Anmeldung und Profil | 79,99 € gesamt | Nein |
| C-Date | Ja – Anmeldung; für Frauen dauerhaft kostenlos | 79,99 €/Monat · 239,97 € gesamt | Ja |
Zwei Anbieter fallen aus dem Muster heraus. Bei Verliebt ab 40 ist eine erste Nachricht ohne Premium möglich – das bietet kein anderer Anbieter im Vergleich. Und 123Date erlaubt als einziger eine freie Suche mit Regionsfilter ohne Zahlungsdaten; überall sonst sehen Sie nur die Vorschläge, die das System errechnet.
Wo genau liegt die Bezahlschranke?
Zwischen Schritt 3 und Schritt 4. Sie sehen, wer Ihr Profil besucht hat und wer als Vorschlag zu Ihnen passt – antworten können Sie erst nach der Buchung.
- 1Kostenlos registrieren und Profil anlegen
- 2Persönlichkeitstest ausfüllen (15 bis 25 Minuten)
- 3Partnervorschläge und Profilbesucher ansehen
- 4Premium buchen – erst jetzt ist Schreiben möglich
- 5Kontakt aufbauen, Videotelefonat, Treffen
- 6Fristgerecht kündigen, sonst Verlängerung
Das ist kein Zufall, sondern das Geschäftsmodell: Der Moment, in dem Sie zahlen sollen, ist genau der Moment, in dem Sie zum ersten Mal jemanden gefunden haben, der interessant wirkt. Wer das weiß, entscheidet ruhiger.
Der praktische Trick
Melden Sie sich bei zwei Anbietern gleichzeitig kostenlos an und lassen Sie beide eine Woche laufen, bevor Sie irgendwo zahlen. Sie sehen dann nicht nur, wo mehr Profile sind, sondern auch, wo mehr Menschen aktiv sind – und das ist die Zahl, auf die es ankommt.
Was kostet es, wenn man doch zahlt?
Der günstigste Einstieg liegt bei 69,99 €, der teuerste bei 239,70 € Gesamtsumme. Die folgende Übersicht zeigt die kürzeste buchbare Laufzeit je Anbieter – das ist die Zahl, die für einen Test relevant ist.
eDarling fällt heraus, weil es dort keine Monatsbuchung gibt: Die kürzeste Laufzeit sind drei Monate zu 79,90 € im Monat, also 239,70 € in einer Summe. Wer nur ausprobieren möchte, ist bei einem der Anbieter mit Monatsoption besser bedient.
Alle Preise, alle Laufzeiten und die Rechnung zur automatischen Verlängerung ›
Kostenlos anmelden: die fünf Schritte
- Eigene E-Mail-Adresse anlegen. Nicht die berufliche. Eine kostenlose Adresse nur für die Partnersuche hält den Posteingang sauber und schützt Ihre Identität.
- Registrieren – ohne Zahlungsdaten. Wenn ein Anbieter an dieser Stelle Kreditkarte oder Bankverbindung verlangt, brechen Sie ab. Keiner der zehn geprüften Anbieter tut das.
- Persönlichkeitstest ausfüllen. 15 bis 25 Minuten, ehrlich, ohne Selbstoptimierung. Der Test bestimmt, wen Sie vorgeschlagen bekommen – wer sich schöner macht, bekommt unpassendere Vorschläge.
- Profil und drei Fotos. Aktuell, aus den letzten zwei Jahren.
- Eine Woche beobachten. Wie viele Vorschläge kommen? Wie viele davon sind aus Ihrem Umkreis? Wie viele waren in den letzten sieben Tagen online? Erst danach entscheiden.
Woran erkenne ich versteckte Kosten?
An fünf Signalen, die sich alle vor dem Klick auf „Kaufen“ prüfen lassen.
- Der Monatspreis steht groß, die Gesamtsumme klein. „39,99 € im Monat“ bedeutet in aller Regel: 239,94 € werden sofort in einer Summe abgebucht.
- Die Laufzeit ist vorausgewählt. Prüfen Sie, ob das Sechs- oder Zwölf-Monats-Paket schon markiert ist, und ob es überhaupt eine kürzere Option gibt.
- Der Preis unterscheidet sich vom beworbenen. Mehrere Anbieter arbeiten mit zwei Preisrastern – einem Listenpreis und einem rabattierten Einstiegsangebot, das erst während der Registrierung erscheint. Verbindlich ist nur, was im Bestellvorgang steht.
- Die Kündigungsfrist steht nur in den AGB. Suchen Sie aktiv danach, bevor Sie zahlen – nicht danach.
- Es gibt keinen sichtbaren Kündigungsbutton. Dann können Sie nach § 312k BGB jederzeit ohne Frist kündigen – aber Sie sollten sich fragen, warum er fehlt.
Machen Sie vor dem Abschluss eine Bildschirmaufnahme der Bestellseite mit Preis, Laufzeit und Kündigungsfrist. Das dauert fünf Sekunden und ist im Streitfall Ihr wichtigster Beleg.
Was ist mit „Singlebörse ohne Anmeldung“?
Eine Partnersuche ohne jede Registrierung gibt es nicht – und das ist auch gut so. Ohne Konto gäbe es kein Profil, keine Meldefunktion, keine Möglichkeit, jemanden zu blockieren, und keine Chance, einen Missbrauch nachzuvollziehen.
Was der Suchbegriff tatsächlich meint, ist meist eines von zwei Dingen: entweder „ohne Zahlungsdaten“ – das leisten alle zehn geprüften Anbieter – oder „ohne langen Fragebogen“. Wenn Letzteres Ihr Anliegen ist, ist 123Date der passende Einstieg: dort gibt es keinen Persönlichkeitstest, sondern eine freie Suche.
Ihre Rechte gelten auch bei günstigen Paketen
Der Preis ändert nichts an Ihren Rechten. Auch bei einem Ein-Monats-Paket für 69,99 € gilt der volle Verbraucherschutz.
- § 312k BGB: Jeder Anbieter muss einen gut sichtbaren Kündigungsbutton bereitstellen. Fehlt er, können Sie jederzeit ohne Einhaltung einer Frist kündigen.
- § 309 Nr. 9 BGB: Für Verträge ab dem 01.03.2022 darf sich ein Vertrag nur noch auf unbestimmte Zeit verlängern, und die Kündigungsfrist darf höchstens einen Monat betragen. Der Bundesgerichtshof hat am 17.07.2025 (Az. III ZR 388/23) eine längere Klausel für unwirksam erklärt.
- § 355 BGB: 14 Tage Widerrufsrecht. Wertersatz für bereits genutzte Zeit darf nur zeitanteilig berechnet werden (BGH, 06.05.2021, Az. III ZR 169/20) – ein pauschaler Abzug von 50 Prozent ist unzulässig.
Anleitung mit Musterschreiben ›
Die sechs häufigsten Fehler beim „kostenlos testen“
- Das Profil bleibt leer. Ohne Fotos und Text bekommen Sie keine Vorschläge – und halten das Portal dann für schlecht besetzt.
- Der Test wird geschönt ausgefüllt. Das Ergebnis sind unpassende Vorschläge.
- Nur ein Anbieter wird getestet. Ohne Vergleich fehlt der Maßstab.
- Nach drei Tagen wird gezahlt. Zu früh – geben Sie der kostenlosen Phase eine volle Woche.
- Der Umkreis ist zu eng eingestellt. 30 Kilometer in der Stadt, 50 auf dem Land sind realistisch.
- Die Gratis-Phase wird nicht genutzt, um Aktivität zu messen. Zählen Sie, wie viele Profile in den letzten sieben Tagen online waren – das ist die einzige Zahl, die zählt.
Häufige Fragen
Gibt es wirklich komplett kostenlose Singlebörsen?
Ja, es gibt werbefinanzierte Portale ohne jede Bezahlschranke. In den Altersgruppen ab 40 sind sie allerdings deutlich dünner besetzt als kostenpflichtige Anbieter. Bei den zehn Anbietern in unserem Vergleich gilt durchgehend das Freemium-Modell: Registrierung, Profil, Persönlichkeitstest und Partnervorschläge kostenlos, Nachrichten nur mit Abonnement.
Was kann ich ohne Bezahlung tatsächlich machen?
Bei allen zehn Anbietern: registrieren, ein vollständiges Profil anlegen, Fotos hochladen, den Persönlichkeitstest ausfüllen und Partnervorschläge ansehen. Bei mehreren Anbietern zusätzlich Profilbesucher sehen und „Grüße“ oder Likes senden. Bei Verliebt ab 40 ist eine erste Nachricht kostenlos, bei 123Date die freie Suche mit Regionsfilter.
Muss ich Zahlungsdaten für die Anmeldung angeben?
Nein. Keiner der zehn geprüften Anbieter verlangt für die kostenlose Registrierung Kreditkarte oder Bankverbindung. Wenn ein Portal das fordert, bevor Sie überhaupt sehen können, wer in Ihrer Region aktiv ist, ist das kein Qualitätsmerkmal, sondern ein Vertriebsmodell – melden Sie sich dort nicht an.
Was kostet der günstigste kostenpflichtige Einstieg?
69,99 € für einen Monat bei Kultivierte Singles, Verliebt ab 40 und 60plusTreff. Bei Zusammen, der 50plus-Singlebörse, be2 und Aktiv und Verliebt sind es 79,99 €. Bei eDarling gibt es keine Monatsbuchung; die kürzeste Laufzeit sind drei Monate zu 239,70 € Gesamtsumme.
Wie lange sollte ich kostenlos testen, bevor ich zahle?
Eine volle Woche. Kürzer ist nicht aussagekräftig, weil viele Nutzende nur am Wochenende oder abends aktiv sind. Zählen Sie am Ende der Woche, wie viele Profile in Ihrem Umkreis in den letzten sieben Tagen online waren – das ist die entscheidende Zahl, nicht die beworbene Mitgliederzahl.
Gibt es eine Singlebörse ohne Anmeldung?
Nein, und das ist sinnvoll: Ohne Konto gäbe es keine Meldefunktion, keine Blockiermöglichkeit und keine Nachvollziehbarkeit bei Missbrauch. Der Suchbegriff meint meist „ohne Zahlungsdaten“ – das leisten alle zehn geprüften Anbieter.
Warum unterscheiden sich die Preisangaben je nach Quelle?
Weil mehrere Anbieter mit zwei Preisrastern arbeiten. Neben dem Listenpreis wird während der Registrierung ein rabattiertes Einstiegsangebot eingeblendet. Verbindlich ist ausschließlich die Gesamtsumme, die im Bestellvorgang angezeigt wird.
Ist ein kostenloses Portal automatisch schlechter?
Nein, aber es ist anders finanziert – und das hat Folgen für die Moderation und für den Bestand in kleineren Orten. Entscheidend ist nicht der Preis, sondern wie viele passende Menschen in Ihrem Umkreis aktiv sind. Diese Frage lässt sich bei beiden Modellen kostenlos beantworten.
Kann ich ein Abo widerrufen, wenn es mir doch zu teuer ist?
Ja, innerhalb von 14 Tagen nach § 355 BGB. Haben Sie den Dienst bereits genutzt, darf der Anbieter Wertersatz verlangen – aber nur zeitanteilig. Bei einem Sechs-Monats-Vertrag über 239,94 €, widerrufen nach fünf Tagen, sind das rechnerisch rund 6,60 €, nicht die Hälfte der Summe.
Was passiert nach Ablauf der bezahlten Laufzeit?
Bei allen geprüften Anbietern verlängert sich der Vertrag automatisch, wenn Sie nicht rechtzeitig kündigen. Die genannten Fristen liegen bei mindestens 14 Kalendertagen vor Laufzeitende. Kündigen Sie deshalb am besten unmittelbar nach dem Abschluss zum Laufzeitende – nutzen können Sie den Dienst trotzdem bis zum letzten bezahlten Tag.
Lohnt sich Premium überhaupt?
Das hängt davon ab, was die kostenlose Woche ergeben hat. Wenn Sie in Ihrem Umkreis regelmäßig passende Vorschläge bekommen und mehrere davon aktiv sind, lohnt sich der kürzeste Tarif. Wenn die Vorschläge sich wiederholen oder aus 200 Kilometern Entfernung kommen, ändert Premium daran nichts – dann ist der Anbieter für Ihre Region schlicht zu dünn besetzt.
Was ist besser: kostenlos suchen oder zahlen und schreiben?
Beides nacheinander. Zuerst kostenlos prüfen, ob es genug passende und aktive Profile gibt. Dann die kürzeste kostenpflichtige Laufzeit buchen und in dieser Zeit konsequent schreiben – zehn Nachrichten pro Woche bringen ein Vielfaches der Rückläufe gegenüber dem Warten auf Anfragen.
Fazit
Kostenlos ist bei allen zehn geprüften Anbietern deutlich mehr, als die Werbung vermuten lässt: Registrierung, Profil, Persönlichkeitstest und Partnervorschläge kosten nichts und verlangen keine Zahlungsdaten. Die Schranke liegt beim Schreiben – und genau davor sollten Sie eine Woche lang prüfen, ob sich das Schreiben überhaupt lohnt.
Der wichtigste Rat dieses Artikels ist deshalb kein Preisvergleich, sondern ein Ablauf: zwei kostenlose Anmeldungen, eine Woche beobachten, zählen wie viele Profile im eigenen Umkreis tatsächlich aktiv waren – und erst danach den kürzesten Tarif beim besseren Anbieter buchen.
Wer sofort ein Sechs-Monats-Paket bucht, zahlt im Zweifel 239,94 € für eine Erkenntnis, die eine kostenlose Woche gratis geliefert hätte.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Gesetzliche Regelungen und Gerichtsentscheidungen sind vereinfacht wiedergegeben. Für Ihren Einzelfall wenden Sie sich an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt beziehungsweise an die Verbraucherzentrale Ihres Bundeslandes.